In Puno sind wir dann schlussendlich um 9 pm statt 2 pm angekommen. Fuer 10 Soles pro Nase (2,50 €) hat Timo fuer uns 3 eine Unterkunft gefunden. Da fiel der Groschen, ich will gar nicht wissen, wie oft die Einheimischen mich abgezockt haben, Gringopreise hab ich fuer Essen und Uebernachtung bisher bezahlt. Tja, was soll man ohne grosse Sprachkenntnisse auch ausrichten, schliesslich handelte es sich aber nur um geringe Eurobetraege die ich mehr bezahlt hab, ich kanns verschmerzen, aergern tuts mich trotzdem. Gemeinsam waren wir abends noch eine Pizza essen, nachdem wir den ganzen Tag im Bus sassen und uns mit Bananen und Keksen versorgten.

Von Puno ging es dann immer entlang am Titicacasee. Ich kann mir obwohl ich das ganze suedliche Ufer abgefahren bin immer noch nicht die Dimension ausmalen. Der Titicacasee ist Suedamerikas größter See mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er fast 13-mal so groß wie der Bodensee. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien. Der Titicaca-See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine mittlere Tiefe von 140 bis 180 m und eine maximale Tiefe von 280 m. Mehr als 25 Fluesse fließen in den Titicaca-See. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inka-Kultur beherbergen, z.B. die Isla de Sol.

Am Strassenrand musste ich schnell flicken, ein entgegenkommender Micro hat sich den Spass erlaubt und ist ungefaehr einen halben Meter an mir mit 80 oder mehr Sachen vorbeigerauscht. So ein Arschloch, der naechstbeste Stein flog hinterher, hat leider nicht gereicht.
In Ilave angekommen war irgendeine andere Protestaktion, die Stimmung war geladen, schnell 2 Empanadas ins Gesicht gedrueckt und weiter. In Juli machte ich nach 90 km Rast. Ich war fix und foxi. Beim umherschweifen und auf der Suche nach etwas zum Beissen musste ich feststellen, dass es im ganzen Kaff nur Pollo gibt. Spaet hab ich noch eine Truchastube gefunden. Neuer Tag, neues Glueck. Eine kurze Etappe nach Copacabana hab ich mir vorgenommen. Als ich 60 km spaeter ankam fluechtete ich nach einem Buechertausch hurtig weiter. So ein ekliges Nest. Der ganze Strand war vermuellt, Reinigungsdienste = Fehlanzeige. Die Lust auf die Isla de Sol ist mir vergangen, hier bleib ich nicht und so machte ich mich nach einer weiteren Trucha auf den Weg, hoch, einen der letzten Paesse. Gut 4100 masl macht der Tiquina-Pass aus. Als ich abends in San Pedro de Tiquina ankam setzte mich eine Faehre mit einem schwaechlichen Aussenborder die 800 m zum Nordufer des Popokaka-Sees ueber. Unglaublich, die setzen da ganze Reisebusse und Trucks ueber. In San Pablo de Tiquina fand ich dann fuer 1,50 € ein Strohbett und fuehlte mich wohl in meiner Krippe.

Was ich sofort feststellen musste, die Amigos fahren noch schlimmer als die Peruaner. Strassenreinigung existiert ebenso wenig wie Orts- oder Strassenschilder. Wenn mal ein Schild stand dann war die Info eh falsch. Wenigstens war die Strasse einigermassen in Ordnung, dass in manchen Ortschaften die Kanalisationsdeckel fehlten war gefaehrlich. Schnell noch bei einer Militaerparade verbotenerweise ein paar Fotos geschossen undschon flog ich quasi in Richtung La Paz. Nach einer ordentlichen Tagesetappe musste ich mich erst noch durch das Verkehrschaos von El Alto kaempfen, netterweise schob mich ein Bus auf ein Auto, da ist mir der Effe rausgerutscht. Mit einem unglaublichen Blick in den Talkessel, wo La Paz liegt bin ich mehrere Hundert Meter abwaerts in die Metropole, ins Herz von Bolivien reingerauscht.

Deswegen muss ich nun auch unterbrechen obwohl ich noch Seiten schreiben koennte. Aber ich treffe mich gleich mit Katja und Heike, wir wollen das Gefaengnis besichtigen und uns Karten in der Hoehenhoelle von La Paz besorgen, morgen kommt Maradonna mit seinen Gauchos und die werden wir besiegen.
Leider gibt es keine Bilder, das liegt nicht am Zeitmangel sondern daran, dass das Internet hier absolut die langsamste Verbindung darbietet.
Schade fuer euch, sobald ich aber die Moeglichkeit habe werde ich euch mit absolut gigantischen Bildern aus Bolivien wieder mal beeindrucken.
Geburtstagskinder waren: Alles Liebe nach Heidelberg, Petra sei gedrueckt, und heute hat der Schnotzi.. Drueck Dich.. Trink nachher ein Huari auf EUCH!!
Heute am 01.04. hat Oma Schrade Geburtstag, viele Liebe Gruesse nach Winterbach!!
hasta pronto
saya gallone