Dienstag, 31. März 2009

Lago Titicaca, La Paz, ...................................

Nach aufregenden Tagen in Cusco und Machu Picchu bin ich, wie auch sonst, abenteuerlich mit dem Bus von Cusco nach Puno gefahren. Das Fahrrad hab ich selbst verladen, ohne Probleme. Wir mussten eine Megaumleitung fahren, mein Name ist Hase, ich weiss von nichts. Bauern und Anwohner des Valleys haben die Strasse blockiert. Grund: Umweltverschutzung.. Die einzige Strasse, auf der die fetten Europaeer und Amis gemuetlich mit Bussen aus der Vorkriegszeit von Haustuer zu Haustuer transportiert werden war nicht passierbar. Das hat mir keiner gesagt, verstanden haett ich es eh nicht und so wurde aus der eigentlichen 6 Stundenbusfahrt eine Horrorfahrt von ueber 12 Stunden ueber Strassen wo sich der holprige Asphalt nach und nach aufloeste. Steile Serpentienen hoch und runter, unser eigentlich recht neuer Mercedes-Marco-Polo-Coach hatte zusaetzlich noch arge Probleme mit dem Getriebe. Gluecklicherweise hat mich das ueberhaupt nicht gestoert, ich hatte nette Sitznachbarn aus Slowenien, Peru und Deutschelande. Darko hat mich mit Kaesesandwich und Ballentines verwoehnt, Timo, ein Deutsch-Hollaender der Lehrer in Lima ist, reiste mit Freundin durchs Land. Wir haben uns sehr angeregt ueber Land, Leute und Kultur, vor allem aber ueber die Ungerechtigkeit, zwischen arm und reich unterhalten. So konnte ich auch die Strassenblockade verstehen und fand es sogar gut, dass sich die Unterdrueckten, quasi die unterste Kaste wehrt und zeigt, dass es so nicht geht. Warum duerfen die belaestigten Anwohner nicht ein kleines Stueck von der grossen Machu Picchu-Torte abhaben¿

In Puno sind wir dann schlussendlich um 9 pm statt 2 pm angekommen. Fuer 10 Soles pro Nase (2,50 €) hat Timo fuer uns 3 eine Unterkunft gefunden. Da fiel der Groschen, ich will gar nicht wissen, wie oft die Einheimischen mich abgezockt haben, Gringopreise hab ich fuer Essen und Uebernachtung bisher bezahlt. Tja, was soll man ohne grosse Sprachkenntnisse auch ausrichten, schliesslich handelte es sich aber nur um geringe Eurobetraege die ich mehr bezahlt hab, ich kanns verschmerzen, aergern tuts mich trotzdem. Gemeinsam waren wir abends noch eine Pizza essen, nachdem wir den ganzen Tag im Bus sassen und uns mit Bananen und Keksen versorgten.

Am naechsten Morgen war es wieder mal soweit, alle Taschen ans Rad, fertig, los. Nach langem durfte ich mal wieder einen guten Kaffee und 4 Schokocrossaints zum Fruehstueck geniessen. Auf dem Markt in Puno hab ich meine alte TNF Hose, welche bei dem vielen Trekken sehr gelitten hat, flicken lassen. Fuer umgerechntet 38 Cent. Das sind Preise,..
Von Puno ging es dann immer entlang am Titicacasee. Ich kann mir obwohl ich das ganze suedliche Ufer abgefahren bin immer noch nicht die Dimension ausmalen. Der Titicacasee ist Suedamerikas größter See mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er fast 13-mal so groß wie der Bodensee. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien. Der Titicaca-See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine mittlere Tiefe von 140 bis 180 m und eine maximale Tiefe von 280 m. Mehr als 25 Fluesse fließen in den Titicaca-See. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inka-Kultur beherbergen, z.B. die Isla de Sol.Das ufernahe Radeln war teilweise lebensgefaehrlich. Bevor man bremst wird erst mal laut und lang gehupt, ob bei Ueberholvorgaengen oder beim Einfahren von Ortschaften. Ungluecklicherweise hatte sich ein kleiner Metallspan in meinen hinteren Reifen gebohrt, Platte.
Am Strassenrand musste ich schnell flicken, ein entgegenkommender Micro hat sich den Spass erlaubt und ist ungefaehr einen halben Meter an mir mit 80 oder mehr Sachen vorbeigerauscht. So ein Arschloch, der naechstbeste Stein flog hinterher, hat leider nicht gereicht.
In Ilave angekommen war irgendeine andere Protestaktion, die Stimmung war geladen, schnell 2 Empanadas ins Gesicht gedrueckt und weiter. In Juli machte ich nach 90 km Rast. Ich war fix und foxi. Beim umherschweifen und auf der Suche nach etwas zum Beissen musste ich feststellen, dass es im ganzen Kaff nur Pollo gibt. Spaet hab ich noch eine Truchastube gefunden. Neuer Tag, neues Glueck. Eine kurze Etappe nach Copacabana hab ich mir vorgenommen. Als ich 60 km spaeter ankam fluechtete ich nach einem Buechertausch hurtig weiter. So ein ekliges Nest. Der ganze Strand war vermuellt, Reinigungsdienste = Fehlanzeige. Die Lust auf die Isla de Sol ist mir vergangen, hier bleib ich nicht und so machte ich mich nach einer weiteren Trucha auf den Weg, hoch, einen der letzten Paesse. Gut 4100 masl macht der Tiquina-Pass aus. Als ich abends in San Pedro de Tiquina ankam setzte mich eine Faehre mit einem schwaechlichen Aussenborder die 800 m zum Nordufer des Popokaka-Sees ueber. Unglaublich, die setzen da ganze Reisebusse und Trucks ueber. In San Pablo de Tiquina fand ich dann fuer 1,50 € ein Strohbett und fuehlte mich wohl in meiner Krippe.Dann war die Zeit gekommen Peru zu verlassen. Ab nach Bolivien, La Paz war das Tagesendziel. Der Grenzuebergang war voellig unkompliziert, keine wollte was von meinen hochheiligen Fahrradpapieren wissen, Hosen durfte ich anbehalten und Bananen hab ich auch noch geschmuggelt. Die Touristenkarte hab ich nur halb ausgefuellt, hat den mit schweren Goldketten behangenen Beamten ueberhaupt nicht interessiert und schwuppdiewupp war ich in Bolivien.
Was ich sofort feststellen musste, die Amigos fahren noch schlimmer als die Peruaner. Strassenreinigung existiert ebenso wenig wie Orts- oder Strassenschilder. Wenn mal ein Schild stand dann war die Info eh falsch. Wenigstens war die Strasse einigermassen in Ordnung, dass in manchen Ortschaften die Kanalisationsdeckel fehlten war gefaehrlich. Schnell noch bei einer Militaerparade verbotenerweise ein paar Fotos geschossen undschon flog ich quasi in Richtung La Paz. Nach einer ordentlichen Tagesetappe musste ich mich erst noch durch das Verkehrschaos von El Alto kaempfen, netterweise schob mich ein Bus auf ein Auto, da ist mir der Effe rausgerutscht. Mit einem unglaublichen Blick in den Talkessel, wo La Paz liegt bin ich mehrere Hundert Meter abwaerts in die Metropole, ins Herz von Bolivien reingerauscht.
Seit Samstag bin ich nun in La Paz, eine aufregende Stadt. Ich bin im Adventure Brew Hostel untergekommen. Viele Traveller aus der ganzen Welt sind dort, es ist lebendig und jeden Tag bin ich mit anderen netten Menschen aus aller Welt unterwegs.
Deswegen muss ich nun auch unterbrechen obwohl ich noch Seiten schreiben koennte. Aber ich treffe mich gleich mit Katja und Heike, wir wollen das Gefaengnis besichtigen und uns Karten in der Hoehenhoelle von La Paz besorgen, morgen kommt Maradonna mit seinen Gauchos und die werden wir besiegen.

Leider gibt es keine Bilder, das liegt nicht am Zeitmangel sondern daran, dass das Internet hier absolut die langsamste Verbindung darbietet.
Schade fuer euch, sobald ich aber die Moeglichkeit habe werde ich euch mit absolut gigantischen Bildern aus Bolivien wieder mal beeindrucken.

Geburtstagskinder waren: Alles Liebe nach Heidelberg, Petra sei gedrueckt, und heute hat der Schnotzi.. Drueck Dich.. Trink nachher ein Huari auf EUCH!!

Heute am 01.04. hat Oma Schrade Geburtstag, viele Liebe Gruesse nach Winterbach!!


hasta pronto

saya gallone

Kommentare:

  1. hola simon,

    also, wie kann es sein, dass du schon seit samstag in dieser aufregenden stadt abhängst und uns hier auf der nordhalbkugel mit blogeinträgen vernachlässigst ;-) wie machst das wieder gut??? wird ganz schön schwer!!! laß dir da mal was schönes einfallen!!! hihihi!!!

    geschafft, du hast dein 4.etappenziel la paz heil erreicht trotz straßenblockade, reifenpanne, doofer überholmanöver und und und ... zum glück ... CONGRATULATIONS ZU DIESER AUSSERGEWÖHNLICHEN LEISTUNG MR CHARITY!!! jetzt musst dich nur noch vor diesen verflixten fliegen und den speziellen amigos in acht nehmen. UFFBASSE!!! und dann??? auf alle fälle gibts dann demnächst wohl bierle, caipi und grillen beim herr elbers, der wahrscheinlich schon sehsüchtig mit ner mega empfangsparty auf dich wartet :-))) sind wir da eigentlich auch eingeladen??? läßt uns einfliegen??? freu mich schon sehr darauf!!! wäre nicht wirklich nötig gewesen.

    wieviel kilometer sind den nun genau auf deinem hübschen zähler sichtbar??? wann geht es weiter mit den komfortablen bussen??? oder radelst doch noch weiter??? zwischenstops zum seightseeing???

    kenn den schnotzi zwar nicht, aber trotzdem liebe grüße ans geburtstagkind aus heidelberg ... schön feiern, PROST SCHNOTZI und natürlich PROST SIMON!!!

    so und nun möcht ich mich noch ganz dolle für die lieben geburtstagsgrüße und den drücker bedanken, freu!!!

    drück dir natürlich weiterhin die daumen, wünsch dir ganz viel spaß mit maradonna + seinen gauchos und ...

    sonnige huari grüße,

    petra

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab es mir natuerlich nicht nehmen lassen gleich mal einen Blick auf deine Seite zu werfen. Hab ich ja gar nicht gewusst, mit der Spendenaktion. Was fuer eine tolle Sache.
    Freue mich schon auf das morgige Spiel, die machen wir platt, oder?

    Gruesse aus La Paz nach La Paz, Heike.

    AntwortenLöschen
  3. Hi Simon,
    mensch was hasch du denn mit Bolivien gemacht? 6:1 gegen Argentinien und Maradonna????????????????????
    Bitte sag keinem Argentinier, dass zu gerade zum ersten mal dort bist. Die meinen no du hasch auf deiner Reise irgendwelche Geister mitgebracht.
    Und sag den Bolivianern (wie heißt das?) nicht, dass du zum ersten Mal da bist, die lassen dich nimmer gehn!!!

    Viel Spaß noch in La Paz und eine angenehme Bus/Zugfahrt

    yeah nur noch 18 Tage
    Gruß Jonas

    AntwortenLöschen