Freitag, 17. April 2009

Soame y Escola Oficina Pestalozzi

Meine letzte Woche in Brasilien war heiss und sehr abwechslungsreich. Segunda-Feira und Terza-Feira verbrachte ich in Rolândiá. Dort wurde ich herzlich von Maria Luisa und Anja empfangen. Ein Fahrer des Buergermeisters hat mich abgeholt, uiuiui.. Maria Luisa hat ein aehnliches Projekt wie Elber in Londrina 2001 in Rolândiá ins Leben gerufen. Kinder aus den aermlichen Favelasiedlungen koennen dort neben dem Pflichtschulbesuch SOAME besuchen. Dort gibt es verschiedene Angebote, ab 2 Jahren sind die Crinaças schon bei SOAME. Es gibt insgesamt 4 Haeuser, durchnummeriert, SOAME 1 bis 4. Das groesste ist SOAME 1, dort ist wie ueberall Ganztagesbetrieb. Im Einser sind die groesseren Kinder ab ca. 8 Jahre. Im Stundenplan sind verschiedene Aktivitaeten festgehalten. Neben Capoeira wird Samba getanzt, es auch gibt Floetenunterricht, Nachhilfe in verschiedenen Faechern und Handarbeiten verschiedenster Art und Weise. Gemeinsam mit Anja hab ich den Tag in SOAME 2, nach einen reichhaltigen Fruehstueck bei Maria Luisa begonnen. Zuerst wurde fuer mich ein Liedchen gesungen, dann zeigten die kleinen Zwetschgen ihr bestes Capoeira. Anschliessend wurde getrennt, die ganz Kleinen malten mit Fingerfarbe Boote, auf denen Indianer ueber das Meer schiffen, viel Farbe bekamen auch die Kleider und Haare ab. Spaeter nach dem Mittagessen legten wir die Kakkbrazzn schlafen was gar nicht so einfach war und sind dann mit dem Bici ins SOAME 1 gefahren. Dort hatten die Aeltern gerade zu Mittag gespeist und dann gab es eine sehr professionelle Capoeiravorfuehrung, selbst ich bin in den Kreis und gab mein bestes, mit den Stoecken tat ich mich noch etwas schwer aber es hat riesigen Spass gemacht. Anschliessend wurde Samba getanzt. Mit einer Trommel ausgestattet hab ich fleissig im Rhythmus mitgeschlegelt, sogar sehr talentiert. Fuer Rio reicht es zwar nicht, aber mit ein bisschen Uebung, wer weiss.. Mit Rossana der Direktorin und Psychologin unterhielt ich mich noch ueber das Projekt, dann kam das Taxi und es ging zurueck nach Londrina. Dir liebe Anja noch mal lieben Dank fuer Zeit und Gesellschaft, viel Spass, Ausdauer und Freude in Rolâdiá, alles Gute und Liebe..

Am Quinta-Feira ging es dann wieder in die Escola Oficina Pestalozzi. Mit dem Bici durch die etwas unsichere Gegend. Cleber, der Hausmeister oeffnete das Tor und Juhu, endlich wieder hier. Es war normaler Betrieb, heute stand auf dem Stundenplan: Informatikunterricht, Basteln, Sport in Form von Fussball Tanz und Capoeira.
Ueberall steckte ich neugierig meine Nase hinein, interessierte Fragen der Kinder blieben nicht aus und zumeist konnte man sich auch zufriedenstellend unterhalten. Als ich dann die Ritschratsch zum fotografieren zueckte wurde es unruhig, ein jedes Kind wollte sich positionieren und mit Kunstwerk abgelichtet werden. Das brachte etwas Chaos in den Unterricht..Upps..
Zwischenzeitlich hab ich in der Kueche ausgeholfen um fuer die hungrigen und durstigen Maeuler den Pausentee in die Blechtassen zu giessen und Buttersemmeln zu schmieren. Puenktlich zum Gong traten die Kinder in die Kantine ein und ein jedes bekam einen Semmel und eine Tasse Tee.
Gestaerkt vom kleinen Pausensnack trat ich dann noch zum Abschiedsspiel an. Nun ja, meine Zweikampfbilanz: in der Luft hab ich nahezu jeden fuer mich entscheiden koennen... dort wo aber Fussball passiert, hier auf Beton, da sah ich ganz schoen alt aus.. Die kleinen Kakas und Adrianos zauberten und spielten einen grandiosen Fussball, da konnte ich als alter Kohler kaum was ausrichten. Wichtig war aber, dass Tore gefallen sind und dass jeder Menge, auf beiden Seiten, schliesslich ging es ungefaehr 17 - 17 aus, da spielte es dann auch keine grosse Rolle mehr, dass ich einen Siebenmeter verschoss..
Schlussendlich wurden mir noch von Helena und Christina Geschenke und Briefe fuer die Pateneltern aus Deutschland ueberreicht. Ein letztes Laecheln, ein letztes mal winkewinke, tschuess, tschau, servus, ate mais. Wer weiss, wann wir uns wiedersehen, vielleicht seid ihr dann schon ein paar Jahre aelter, ich hoffe, dass alle die Schule beenden und nicht von den Eltern zum Muell sammeln auf die Strasse geschickt werden. Ein Stueck weit kann die Schule den den Weg der Kinder beeinflussen und verfolgen, nachfragen wenn die Kinder nicht mehr kommen und vielleicht auch Antwort erhalten. Aber irgendwann werden die die Kinder erwachsen und gehen ihren eigenen Weg und ich hoffe nur, dass sie nicht in irgendeine Drogengang gelangen oder als "Kind" noch schwanger werden oder sonst irgendwas passiert....
Hier und jetzt moechte ich mich sehr herzlich bei Laudiceia, der 4 Sterne-Koechin bedanken. (Selbst wird Sie es nicht lesen, aber ich mach mir jetzt schon vor Lachen in die Hosen, wenn ich dran denk, wie ich es ihr nachher erklaer).In der Zeit vor meiner Benefizradtour hab ich gemeinsam mit Katarina bei ihr gewohnt. Als ich wieder in Londrina angekommen bin wurde ich wie ein "Sohn" empfangen. Gemeinsam haben wir viel gelacht, Einkaeufe erledigt, leckere Mahlzeiten verdrueckt und immer wieder gelacht und versucht uns zu unterhalten. Abends nach reichhaltigem Essen, es stehen mindestens 4 Toepfe auf dem Tisch, liegen wir mit dicken Baeuchen auf dem Sofa und schauen Novella oder Fussball.. Ich weiss jetzt schon, dass ich am Montag wieder Rotz und Wasser heulen werd, wenn ich mich das zweite mal fuer wahrscheinlich laenger von ihr verabschieden werde.


Hier ist der entgueltige Kilometerstand

(Start war bei 7291 km)


ate mais

ali kamel

Kommentare:

  1. ALI DAS BIERKAMEL
    TRINKT AM TAG GALLONEN
    RADELT IN DER WELT HERUM
    WOLLTE SICH DOCH SCHONEN

    ALI DAS BIERKAMEL
    WIRD JETZT IMMER FITTER
    TRINKT JETZT AM TAG, MAN GLAUBT ES KAUM
    13326 LITER

    ALI DAS BIERKAMEL
    KOMMT SCHON BALD NACHHAUS
    DA STEHT DAS BIER SCHON VORGEKÜHLT
    ICH GEB DIR EINEN AUS

    PROST
    DON RULES

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  2. Hoi Jophi,

    toll das Du heil zurück in Londrina angekommen bist! Hab mich heute wie ein kleines Kind gefreut als du bei mir angerufen hat! Ich kann es kaum erwarten dich endlich wieder am Mittwoch in die Arme zu nehmen und feste zu drücken...
    Fall morgen nicht vom Gaul und komm gut zurück nach Dütschland! Am Do ist Derby, SVN-Strass! Heja BVB!Sauf mit dem Elber noch das letzte Brasil-Bier, bald gibts wieder eine richtige Pfütze!
    Kanns kaum erwarten... Dein Bruder 007

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  3. hej simon,

    don rules is ja richtig kreativ!!! cool!!!

    aber noch viel cooler sind die von dir so hart erstrampelten kilometer. kannst mega stolz auf dich und dein cratoni sein, was ihr 2 da alles für die kidis geleistet habt ... aber auch kein wunder bei all den schutzengeln und glücksbringern, die dich die ganze zeit durch südamerika begleitet haben ... da hat sich doch die daumendrückerei hier auf der nordhalbkugel gelohnt ... grins!!! herzlichen glückwunsch du hobbyradler ali kamel!!!

    stehen die termine und veranstaltungsorte für deine vorträge schon??? sollte man sich die karten bereits jetzt schon besorgen??? man weiß ja nie!!!

    war dies der letzte blogeintrag??? kann nicht sein, die erradelten höhenmeter fehlen noch!!!

    tja, dann genieße noch die verbleibende zeit, ruhe dich aus bevor du hier mit fleischkässemmel und franziskaner von all deinen lieben und freunden verwöhnt wirst.

    big :-)aus hd und guten flug!!!

    ate mais,

    petra

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  4. HEy Simon,
    wie schnell die Zeit doch verging....
    Schön, dass Dir nichts passiert. Jetzt muss nur noch der Pilot sein Bestes geben, dann können wir Dich bald hier back in Germany ganz feste drücken.
    Ich hätte dann auch gerne ne Karte für den Vortragabend. Bin echt gespannt.
    Hoffentlich sieht man sich dann auch bald, wenn Du wieder hier bist und vielleicht in Nersingen anklopfst.
    Ich wünsche Dir einen guten Flug und nochmal: BIN SOOOOO STOLZ AUF DICH!!!!!!!!!!
    liebe Grüße
    Dani

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  5. Hi Simon,
    jetzt ist deine aufregende Zeit in Südamerika bald vorbei. Vielleicht sitzt du auch schon im Flieger nach Deutschland. Auf alle Fälle kannst du ganz schön stolz auf dich sein. Ach ja, geb bescheid wann ich deinen Osterhasen verstecken kann. Wie versprochen hab ich dir einen aufgehoben.
    Guten Heimflug und Welcome in Germany

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  6. Hallo Simon,
    super deine Leistung aber auch spannend das
    alles zu verfolgen.

    Michael
    Jugendstift Schreinerei

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  7. Hallo Simon,

    ich wollte eigentlich schon viel früher 'einen Kommentar abgeben'. Ich finde es großartig oder besser gigantisch, was Du da geleistet hast - in jeglicher Beziehung. Ich war Ende ver-
    gangenen Jahres selbst in dieser Region (beschränkt auf Bolivien, Chile und Peru) unterwegs - allerdings nicht mit dem Fahrrad. Insofern habe ich auch eine Vorstellung von der physischen Leistung die ein solches Unternehmen abverlangt. Ganz abgesehen von der Idee und dem guten Zweck dieser Tour. Waitzingers (Josef und Maria) haben mich auf dein Unternehmen aufmerk-
    sam gemacht, und so habe ich mit großem Inter-
    esse Deine Tour (Blog) verfolgt. Ich hoffe sehr, an einem Deiner Vorträge bzw. Präsen-tationen teilnehmen zu können.
    eMail-Adresse: K.Stoeffler@t-online.de
    Ich werde auch noch eine kl. Spende leisten.
    Selbst habe ich 2 Patenkinder in Bolivien in der Nähe Calamarca bzw. in Viacha (Altiplano).
    Nochmals alle 'Hochachtung'.

    - Conny -

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  8. Hola Simon,

    da hast du ja ganz schoen was geschafft, und ich meine nicht nur die vielen Kilometer, die du zurueckgelegt hast. Respekt.
    Ich wuensche dir eine gute Heimreise und das du noch ein bisschen von den Eindruecken zehren kannst.
    Gute Ankunft im Alltag und alles Gute fuer dich,
    Heike.

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